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Adalbert-Stifter-Gymnasium (Castrop-Rauxel)

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Das Adalbert-Stifter-Gymnasium ist die älteste höhere Schule der Stadt Castrop-Rauxel. Es wurde im Jahr 1884 gegründet und liegt heute zentral am Rand der Castroper Altstadt. Der weit überwiegende Teil der in der Stadt ansässigen Unternehmer, Ärzte und Rechtsanwälte erwarben am ASG das Abitur.

Namensgeber wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Dichter und Pädagoge Adalbert Stifter.

Aktuelles Bearbeiten

Die Schule ist ein städtisches Gymnasium und ist naturwissenschaftlich-technisch orientiert. Sie hat im Schuljahr 2008/2009 1020 Schüler. Unterrichtsprache ist Deutsch. Unterrichtete Fremdsprachen sind Englisch, Französisch und Latein. Früher wurde in der Oberstufe Russisch angeboten. Das ASG kooperiert seit Jahrzehnten für schwach nachgefragte Fächer mit dem Ernst-Barlach-Gymnasium. Eine Nachmittagsbetreuung ist vorhanden.

Lage Bearbeiten

Das Gymnasium liegt am Rande der Castroper Altstadt (Leonhardstr. 8, 44575 Castrop-Rauxel), direkt gegenüber dem Markt und damit sehr zentral. Der Busbahnhof ist sieben Gehminuten entfernt und garantiert die von allen Schulen beste Anbindung an alle Stadtteile. Aus diesem Grund werden häufig dort Schüler eingegliedert, die aus Randlagen der Stadt stammen und geografisch eine gleichwertige Schule näher hätten, welche aber schlechter erreichbar wäre.

Das Anwesen ist offen gestaltet, zumal die Leonhardstraße als öffentlicher Weg mitten hindurch führt. Die Straße ist seit 1982 gestalterisch eingegliedert und gilt im Gebiet der Gebäude rechtlich als Schulhof. Die Gebäude umfassen das Hauptgebäude (Räume 1xx bis 4xx), das Oberstufengebäude (Räume 5xx) mit der kleinen Aula, die Cafeteria, die große Aula mit dem angeschlossenen Bürgerhaus und die Turnhalle, die als Mehrzweckhalle konstruiert ist. Das Oberstufengebäude und die Cafeteria stehen heute unter Denkmalschutz.

Bis zu seiner Überbauung diente lange Jahre der nahe gelegene Fussballplatz als Sportplatz. Im Sommer wurde das heute nicht mehr existierende Südbad als Schwimmbad genutzt. Der Stadtpark dient dem Lauftraining.

Bauliche Besonderheiten Bearbeiten

Die heutige Cafeteria mit der Schülerbibliothek war ursprünglich das Gebäude des Stadtdirektor. Später wurde es als Wohngebäude für beiden Hausmeister genutzt, bis es seine heutige Bestimmung erhielt. Aufgrund seiner Ursprünge und der praktisch unveränderten Bausubstanz wurde es unter Denkmalschutz gestellt.

Das daneben liegende Oberstufengebäude steht gleichfalls unter Denkmalschutz.

Das Dach des Hauptgebäudes dient als Träger für eine Solaranlage.

Einer der drei Schulhöfe ist eine öffentliche Straße. Rechtlich gilt sie im Bereich der Schule als Schulgelände und steht damit unter dem Hausrecht des Rektors. Die Straße verläuft zwischen dem Hauptgebäude und den denkmalgeschützten Gebäuden.

Bedeutung für die Stadt Bearbeiten

Das ASG war lange Jahrzehnte bis zur spät nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführten Koedukation die einzige höhere Jungenschule der Stadt. Deswegen hatte bis in die 1990er Jahre hinein der weit überwiegende Teil der bedeutenden lokalen Persönlichkeiten − Ärzte, Juristen und Unternehmer − einen Abschluss des Gymnasiums.

Geschichte Bearbeiten

Das Gymnasium wurde 1884 als städtisches Realgymnasium gegründet und durfte ausschließlich von Jungen besucht werden. Es bezog schnell seinen heutigen Standort an der Leonhardstraße, wobei das damalige Gebäude heute als Oberstufengebäude dient.

In den 1970er Jahren erhielt das heutige Hauptgebäude einen naturwissenschaftlichen Anbau und ein Sprachlabor, welches in den folgenden Jahrzehnten jedoch kaum genutzt wurde. Gleichfalls wurde ein Pavillon (Räume 701-704) als Provisorium errichtet, um die durch den Baby-Boom steigenden Schülerzahlen bewältigen zu können. Das Provisorium wurde über 30 Jahre alt und war in der Lehrerschaft recht unbeliebt. So war es nur schwer möglich, den Schulgong zu hören. Auch war es schlecht gepflegt, weil es immer „demnächst“ abgerissen werden sollte. Schließlich waren beim Bau heute als bedenklich eingestufte Materialien verwendet worden.

1980 brannte die damalige große Aula ab, welche sich an den naturwissenschaftlichen Trakt anschloss. Letzterer wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Nach Abschluss der Aufräumarbeiten nutzten die Lehrer den Platz als wilden Parkplatz. Heute ist das Gelände Teil der Hauptschule. Der Verlust des Gebäudes betraf über die Schule hinaus nicht nur die Einschulungsfeiern und die Theater-AG, sondern auch das Westfälische Landestheater, welches die Aula für Aufführungen nutzte.

Die Stadt baute Jahre später in einem Gesamtkonzept die alte Turnhalle mit einem nebenstehendem Gebäude zu der heutigen Aula mit angeschlossenem Bürgerhaus um.

1982 wurde die Leonhardstraße umgebaut. Ziel war die Beseitigung der gesperrten Fahrbahn und Bürgersteige durch eine Fußgängerzone. In diesem Zug wurde der Garten und die Garagen der Hausmeisterwohnungen zu einem Fahrradabstellplatz umgebaut. Der alte Standort hinter der großen Turnhalle war zu abgelegen und wenig einsehbar.

1984 wurde die Hundertjahrfeier in der Europahalle gehalten. Eingeladen waren sehr alte oder sehr verdiente Ehemalige. Die aktuellen Schüler konnten lediglich als Darsteller am Unterhaltungsprogramm teilnehmen.

1984 wurde der Informatikunterricht als einer der ersten Schulen am ASG in der Oberstufe eingeführt. Aufgrund der frühen Phase waren Unterrichtskonzept (Programmieren), Schulbücher (Pascal in eingedeutschter Prosa) und Ausstattung (C64) noch sehr experimentell. Die Schüler teilten sich zu dritt einen Rechner.

1990 wurde die Cafeteria eröffnet. Bis dahin verließen die Schüler unerlaubterweise das Schulgelände und deckten sich in den zahlreichen umliegenden Läden ein.

2006 belegt das ASG im Unicum-Wettbewerb „Schule des Jahres“ den 19. Platz

Am 14. Februar 2008 wurde am ASG der Preis „Der Heinrich“ der Heinrich-Böll-Stiftung NRW an Murat Vural für die Gründung des „Interkulturellen Bildungs- und Fördervereins für Schüler und Studenten (IBFS)“ verliehen.[1] Der IBFS erhielt mehrfach Peise für seine integrative Arbeit.[2] Murat Vural ist „Bürger des Ruhrgebiets“.[3]

2008 schloss das LWL-Industriemuseum Bildungspartnerschaften mit zwölf Schulen für die Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Das ASG ist eine dieser Schulen.

2008 genehmigte die Stadt Castrop-Rauxel die Errichtung einer Solaranlage durch BürgerSolar auf dem Dach des Hauptgebäudes[4], die bis zum Jahresende verwirklicht wurde.[5]

In den Schuljahren 2008/09 und 2009/10 beteiligt sich das ASG als koordinierende Schule an einem Comeniusprojekt mit dem Schwerpunkt Musik.

Der erste und bisher einzige Vorsitzende des Fördervereins, Heinz Goronzy, beendet 2009 mit 75 Jahren seine Tätigkeit. Er war mehr als drei Jahrzehnte zum Wohl der Schule tätig.[6]

2009 gibt die Schule eine Festschrift zum 125-jährigen Bestehen der Schule aus.[7]

ProjekteBearbeiten

  • In den Schuljahren 2008/09 und 2009/10 beteiligt sich das ASG am Comenius-Projekt mit dem Schwerpunkt Musik. Die Schule übernimmt dabei auch die Koordination.
  • Von 2008 bis 2010 kooperiert das ASG mit dem LWL-Industriemuseum für die Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Dabei wird das Thema „Helden“ bearbeitet, dessen Ergebnisse 2010 in der Henrichshütte Hattingen öffentlich präsentiert werden.[8]

Bekannte Personen Bearbeiten

Im Jahr 1961 schloss der Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost seine schulische Laufbahn mit dem Abitur ab. Gleichfalls war der heutige (2009) Bürgermeister Johannes Beisenherz Schüler und später Lehrer an der Schule. Der Sportlehrer Josef Forst nahm als Kugelstoßer an den Deutschen Meisterschaften teil.

Quellen Bearbeiten

  1. Preisverleihung der Heinrich-Böll-Stiftung
  2. Chronologie des IBFS
  3. proRuhrgebiet
  4. Solaranlage auf dem naturwissenschaftlichen Trakt
  5. Mit der Sonne Geld verdienen - Photovoltaik-Anlagen in Castrop-Rauxel
  6. Westline
  7. Webseite des ASG
  8. Heldenwerkstatt

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